Wildfremd, hautnah: Berner Völkerschauen

Brändle Rea_4fMittwoch, 14. Oktober, 19.30 Uhr ­–
Vortrag mit Bildern und Kurzfilm
Kirchgemeindehaus Johannes, Anfahrt
Eintritt frei, Kollekte für Stiftung Cooperaxion und Mission 21 (→ Diese Veranstaltung auf Facebook)

Die Zürcher Autorin Rea Brändle ruft ein wichtiges Stück Kulturgeschichte in Erinnerung und zeigt unsern Umgang mit Bildern vom Fremden.

→Empfehlung: „Auf ins Bierhübeli zur Menschenausstellung“ und Interview mit Rea Brändle aus der Bernerzeitung, 07.10.2015

Viele Leute nehmen es heute erstaunt zur Kenntnis: Bis ins 20. Jahrhundert wurden Menschen aus Afrika, Asien und Amerika gegen Eintritt in Wirtschaften, Theatern oder zoologischen Gärten zur Schau gestellt. In Bern gab es zwischen 1834 und 1964 über 50 solche Spektakel. Die letzte Vorführung waren wohl 1964 die «Marokkanischen Handwerker» im Zirkus Knie.

Feuerländer am Züriberg, Indianer bei Sarrasani, Senegalesen im Zoo – die Zurschaustellung »exotischer« Menschen war ein Massenvergnügen. Die Autorin Rea Brändle geht dem Phänomen nach. In ihren jahrelangen Recherchen stiess sie auf erschreckende Schicksale und eine große Gedankenlosigkeit im Umgang mit den Fremden. Ein beliebter Veranstaltungsort für die Zuschaustellung von Menschen aus anderen Kontinenten war in Bern das «Bierhübeli», bis heute ein beliebtes und bekanntes Lokal.

Die Nachfahrin einer afrikanischen Truppe, welche hier logierte, ist Dorothy Bruce, die heute im Kanton Bern zu Hause ist. An der Veranstaltung zeigt Rea Brändle einen kurzen Film über Dorothy Bruce, die in einem Kinderheim in Aeschi ob Spiez aufgewachsen ist.

Besuchen Sie das Theaterensemble Johannes auf Facebook und sind auf dem Laufenden betreffend dieser Veranstaltung.

Buchtipp
→ Rea Brändle: Wildfremd, hautnah. Zürcher Völkerschauen und ihre Schauplätze 1835-1964Rotpunktverlag 2013.