«Das Leben nach der Hölle» – Fotografien aus Nigeria

13. Oktober – 8. November 2015
täglich geöffnet von 14 – 18 Uhr – Ausstelllung von Andy Spyra

in der Johanneskirche, Anfahrt
Eintritt frei, Kollekte für Mission 21 und die Stiftung Cooperaxion

Die Ausstellung auf Facebook
→ «Wir beten. Aber nicht nur.» – Solidaritätsaktion für die Opfer von Boko Haram

St. There Church, Yola (Andy Spyra)

St. There Church, Yola (Andy Spyra)

Die Bilder
Im vergangenen Juli reiste der bekannte deutsche Fotograf Andy Spyra in den Norden Nigerias, der von der islamistischen Extremistengruppe Boko Haram kontrolliert wird. In eindrücklichen Bildern dokumentierte der deutsche Fotograf Spuren der Verwüstung und die Folgen des Terrors. Zwölf seiner Fotografien sind, zum ersten Mal weltweit, in der Johanneskirche ausgestellt.

Zu sehen sind Portraits von Frauen, die aus der Gefangenschaft Boko Harams befreit werden konnten, sowie intime Bilder aus einer Kirche, die Flüchtlingen Zuflucht bietet. Die Reportage «Das Leben nach der Hölle» von Wolfgang Bauer, die im September zusammen mit Spyras Bildern im ZEIT-Magazin erschienen ist, liegt in der Kirche zur Lektüre auf.

SP_hi_res_2012Der Fotograf
Andy Spyra wurde 1984 in Hagen, NRW geboren und arbeitete dort nach mehreren Reisen nach Asien ein Jahr lang als freier Fotograf für die Lokalzeitung. Nach einem kurzen Studium der Fotografie an der Fachhochschule Hannover arbeitet er seit 2009 wieder als freier Fotograf an Langzeitprojekten auf dem Balkan, in Afrika und im Nahen Osten.

Der Konflikt
Verborgen in den Sümpfen des Sambisa Waldes, Nigeria liegt das Hauptquartier einer Terrorgruppe, die in ihrer Grausamkeit beispiellos ist. Sie ist so modern wie archaisch. Die Welt nennt sie Boko Haram («Westliche Bildung ist Sünde»), denn ihre Anhänger lehnen alles Westliche ab. Sie selbst gab sich den Namen «Jama’atu Ahlis Sunna Lidda’awati wal-Jihad», «Vereinigung der Sunniten für die Verbreitung des Islams und des Dschihad». Sie kämpft für die Gründung eines Kalifats in Nigeria und kooperiert mit Al-Kaida. Anfang März hat sie dem «Islamischen Staat» im Mittleren Osten die Treue geschworen. In nur vier Jahren konnte Boko Haram ein Fünftel Nigerias besetzen. Aus einer Terrorzelle, die gelegentlich Polizeiposten und Kirchen überfiel, wurde eine schlagkräftige Armee mit etwa 15’000 Bewaffneten. Sie unterjocht die Muslime und führt Krieg gegen die Christen. Im Namen ihres «wahren Glaubens» brandschatzt sie und zwingt ganze Dörfer in die Sklaverei. Eine Million Menschen sind auf der Flucht. Nach Angaben der Regierung starben bislang 20’000 Menschen. Dies sind aber nur die gezählten Toten. Die meisten Opfer in diesem Konflikt bleiben ungezählt. Andy Spyra gibt einigen wenigen dieser Menschen durch seine Bilder ein Gesicht und lässt sie nicht in Vergessenheit geraten.

Faltblatt zur Ausstellung