Angebote und Materialien für Gruppen und Klassen

Lebendige Geschichte – Fragen zum Menschenbild – Umgang mit Religion – die Themen laden geradezu ein, in die Arbeit in die Gemeindearbeit und den Schulunterricht einbezogen zu werden. Theater, Ausstellung und fünf interessante Workshops – hier stellen wir unser vielfältiges Angebot für Gruppen und Klassen vor. Alle Angebote empfehlen wir ab der Oberstufe (7. Klasse). Weiter unten finden Sie ausserdem eine Liste an Materialien und Links für die Arbeit mit den vorgeschlagenen Themen im Unterricht.

 
Flyer_TJ_2015_webFreitag, 6. November 2015, 14 Uhr
Schulvorstellung Mundarttheaterstück
«Da draussen bei den Heiden»

Kirchgemeindehaus Johannes Bern (Anfahrt)
Eintritt frei, Kollekte für Mission 21 (Nigeria) und Cooperaxion (Liberia/Brasilien); Empfehlung: Jugendliche/AHV CHF 15.00, Erwachsene CHF 30.00

Informationen zum Stück | Anmeldung / Reservation
Daten weitere Vorstellungen

 
JT-Zealy-Louis-Agassiz-Renty-Congo-Plantation-of-B.F.-Taylor-Esq-185012. Oktober bis 8. November 2015, Zeit nach Anfrage
Führungen Ausstellung
«Auf den Spuren schwarzer Geschäfte»

Kirchgemeindehaus Johannes Bern (Anfahrt)
Preise: CHF 90.00 (45 Minuten) / CHF 150.00 (90 Minuten)
Verschiedene Führungsangebote siehe unter «Workshops»

Informationen zur Ausstellung | Anmeldung / Reservation
 

 
Nord-Sued-TagSamstag, 31. Oktober 2015, 13-21 Uhr
2. Nord-Süd-Tag von Mission 21 für Konfklassen
Kirchgemeindehaus Johannes Bern (Anfahrt)
Teilnahmebeitrag: ca. CHF 25.00 pro Schüler/in

Workshops, Begegnungen, Führungen und Theaterbesuch rund um die Themen Mission, Rassismus und Sklaverei. Mit der Inszenierung der Sitzverhältnisse an Bord eines transatlantischen Sklavenschiffs.

Flyer | Dieses Angebot ist bereits ausgebucht

 
12. Oktober bis 8. November 2015, Zeit nach Anfrage
Workshops zu Theater und Ausstellung
Kirchgemeindehaus Johannes Bern (Anfahrt), auf Anfrage auch extern
Preise und weitere Informationen siehe unten | Anmeldung / Reservation

Workshop 1 (45 Minuten)
Einführung ins Theaterstück

Jugendliche werden ins neue Stück des Theaterensembles Johannes eingeführt. Zum besseren Verständnis der komplexen, mehrschichtigen Handlungsstränge gestern und heute. Sie erhalten zusätzliche Informationen zu den Hauptfiguren des Stücks und erfahren von gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Zusammenhängen.

Workshop 2 / Führung (45 Minuten)
Auf den Spuren schwarzer Geschäfte

Aus der Schweiz wurden Stoffe und andere Waren nach Afrika exportiert. Mit dem Ertrag daraus wurden Sklaven gekauft, die in «die Amerikas» verschifft wurden. Mit dem Gewinn aus dem Menschenhandel beschaffte man «Kolonialwaren» für die europäischen Märkte. Der Dreieckshandel schuf Grundlagen für den heutigen Wohlstand Europas. Die Führung erläutert die Hintergründe dieser frühen Globalisierung.

Workshop 3 / Führung (90 Minuten)
Auf den Spuren schwarzer Geschäfte in der damaligen Schweiz

Neben den Mechanismen des einstigen Dreieckshandels (wie in Workshop 2) lernen die Teilnehmenden die helvetischen Verwicklungen dieses Wirtschaftssystems kennen. Geschichten von berühmten Familien, einem Bankencrash, dem Kampf gegen die Sklaverei, den Projekten von Cooperaxion oder dem Aufbruch der Basler Mission.

Workshop 4 (45 Minuten)
Missionsarbeit heute am
Beispiel Nigeria

Diese Region wird seit Jahren von Konflikten zwischen religiösen Gruppierungen erschüttert. Hier arbeitet das Basler Missionswerk Mission 21 in interreligiösen Friedensprojekten. Den Jugendlichen werden nicht nur die Lebensgeschichten von Menschen in Nigeria näher gebracht, sie bekommen auch Einblick in die Arbeit eines Missionswerks heute.

Leitung
Team Theaterensemble Johannes
Fachpersonen der Stiftung Cooperaxion

Preise
45 Minuten: CHF 90.00
90 Minuten: CHF 150.00

Gruppengrösse
max. 20 Personen (parallele Mehrfachführungen möglich)

Anmeldung / Reservation

Materialien, Downloads und Links für den Unterricht

Mission / Jubiläum Basler Mission

Arbeitsheft_Mission• Jubiläumsmagazin 200 Jahre Basler Mission:
Pioniere, Weltenbummler, Brückenbauer, Mission 21,
Basel 2015, CHF 5.00, bestellen
• Arbeitsheft Unterricht (mit Materialien): Mission Hoffnung, Mission 21, Basel 2014, gratis, bestellen und downloaden

• Dagmar Konrad: Missionsbräute. Pietistinnen des 19. Jahrhunderts in der Basler Mission, Waxmann 2013.
• Christine Christ von Wedel, Thomas Kuhn (Hgg.): Basler Mission. Menschen, Geschichte, Perspektiven 1815–2015, Schwabe Verlag, Basel, ab Juni 2015, CHF 28.00
• Evangelische Landeskirche in Württemberg, Basler Mission – Deutscher Zweig und Evangelische Mission in Solidarität (EMS) (Hgg.): Unterwegs zu den anderen, Ausstellungskatalog, EUR 8.00, bestellen
• Basler Mission – Deutscher Zweig (Hg.): Worte sind schön, aber Hühner legen Eier, Erlanger Verlag für Mission und Ökumene, Oktober 2014, 268 S., EUR 10.00, bestellen

Basel Mission Archive mit umfassendem Online-Fotoarchiv
Website Mission 21 mit weiteren Materialien zum Jubiläum
internationaler Jubiläumsblog

Sachliteratur Sklaverei und Rassismus

510UKJkuL-L._SY344_BO1,204,203,200_• Rea Brändle: Wildfremd, hautnah. Völkerschauen und Schauplätze Zürich 1880-1960, Bilder und Geschichten, Zürich 1995.
Feuerländer am Züriberg, Indianer bei Sarrasani, Senegalesen im Zoo – die Zurschaustellung «exotischer» Menschen war bis weit ins 20. Jh. ein Massenvergnügen. Die Autorin ist dem Phänomen nachgegangen und dabei auf erschreckende Schicksale und grosse Gedankenlosigkeit im Umgang mit den Fremden gestossen. Der Band bietet vertiefte Informationen zu einzelnen Truppen und Personen und berichtet über die Hintergründe der Völkerschauen.

6_schwarze_geschaefte• Thomas David, Bouda Etamad, Janick Maria Schafelbuehl: Schwarze Geschäfte. Die Beteiligung von Schweizern an Sklaverei und Sklavenhandel im 18. und 19. Jahrhundert, Zürich 2005.
Die umfassende Studie zeigt die diversen Verflechtungen von Schweizer Firmen und Investoren mit der Sklaverei im 18. und 19. Jh. In Frankreich waren Schweizer in nahezu hundert Schiffsexpeditionen nach Afrika involviert. Schweizer besassen Aktien von Gesellschaften, die über 172.000 Afrikaner in die Karibik brachten. Schwarze Sklaven waren auf Plantagen von Schweizern zu finden.

• Marcel Dorigny Marcel, Bernard Gainot: Atlas des esclavages. De l’Antiquité à nos jours, Nouvelle édition augmentée, Paris 2013.
Zusätzlich zu über 150 Karten und Infografiken bietet der «Atlas des esclavages» einen Überblick über die Geschichte der Sklaverei, den Handel mit Sklaven und die Folgen der Sklaverei.

buchtitel• Hans Fässler: Reise ins Scharz-Weiss. Schweizer Ortstermine in Sachen Sklaverei, Zürich 2005.
Der St. Galler Kabarettist und Historiker Hans Fässler beleuchtet in seinem Buch Reise ins Schwarz-Weiss die Bedeutung des Sklavenhandels für die Schweiz und ihre wirtschaftliche Entwicklung. Neunzehn Ortstermine zwischen Boden- und Genfersee zeigen die Beziehungen von Schweizer Kaufleuten, Offizieren, Bankiers, Familienunternehmen und Reisenden zum Sklavenhandel auf.
 
 
FremdeBilder_2011• Karin Fuchs, Manuel Menrath, Heinz Nauer, Sabine Ziegler: Fremde Bilder. Koloniale Spuren in der Schweiz, Eine Unterrichtshilfe für Lehrpersonen, Luzern 2011, Download
Die Broschüre bietet ausführliche Materialien für den (Geschichts-)Unterricht zu der kaum beachteten Thematik Fremde Bilder. Koloniale Spuren in der Schweiz zusammengestellt von der PHZ Luzern. Neben einem historischen Überblick zu Völkerschauen, Missionsarbeit in Afrika, Sklaverei und Afrikaner im Kanton Luzern enthalten die Kapitel themenbezogene Aufgaben und Materialien für den Unterricht.

978-3-0340-1137-2• Manuel Menrath (Hg.): Afrika im Blick. Afrikabilder im deutschsprachigen Europa 1870- 1970, Zürich 2012.
Die europäische Sichtweise auf den Kontinent Afrika ist geprägt durch eine Pauschalisierung. Gescheiterten Staaten, romantische Safaris und Naturkatastrophen stehen in der Medialen Berichterstattung über Afrika im Fokus und bestimmen unser Afrikabild. Diese eindimensionale Perspektive prägt die europäische Wahrnehmung vom Kontinent und findet seine Wurzeln in der Kolonialzeit. Afrika im Blick zeigt wie koloniale Afrikabilder im Deutschsprachigen Raum entstanden sind.

51Xmy+Bz45L._SX258_BO1,204,203,200_• Niklaus Stettler, Peter Haenger, Robert Labhardt: Baumwolle, Sklaven und Kredite. Die Basler Welthandelsfirma Christoph Burckhardt & Cie. in revolutionärer Zeit (1789- 1815), Basel 2004.
Am Beispiel eines Basler Handelshauses zeigen die Autoren wie Schweizer Kaufleute sich am Dreieckshandel beteiligten. Die Firma betrieb von 1989 bis 1815 mit einer Partnerfirma einen weltweiten Grosshandel mit Tüchern, Zucker, Kakao, Kafffe, Baumwoll- und Farbstoffen – Ein wichtiges Kapitel Schweizer Wirtschaftsgeschichte neu interpretiert.

9783837617993_216x1000• Patricia Purtschert, Barbara Lüthi, Francesca Falk (Hg.): Postkoloniale Schweiz. Formen und Folgen eines Kolonialismus ohne Kolonien, Bielefeld 2012.
In der Schweiz, welche nie Kolonien besessen hat und sich dementsprechend als ausserhalb des kolonialen Geschehens betrachtet, fehlt es bis in die neuere Histiographie an einer vertieften Reflexion zu deren Beteiligung an einem europäischen Kolonialismus. Purtschert et al. geben im Sammelband Postkoloniale Schweiz mehrere Beispiele für die kolonialen Verstrickungen der Schweiz, darunter Kaslperli und Globi, koloniale Bildwelten in den Medien und Schweizerische Entwicklungspolitik.

Datenbank www.cooperaxion.org
Schweizer Verflechtungen im Dreieckshandel

CooperaxionEntwicklungszusammenarbeit ist mit dem Bewusstsein für die eigene Vergangenheit und einem Verständnis für bestehende Zusammenhänge verbunden. Mehr als 300 Jahre lang hat Europa samt der damaligen Schweiz massiv vom transatlantischen Waren- und Sklavenhandel profitiert. Obwohl die Schweiz weder Kolonialmacht, noch Seefahrernation war, waren Schweizer Akteure auf vielfältige Weise Teil des Kolonialen Systems: Über Kredite für Sklavenexpeditionen, Plantagen in Übersee bis hin zu Indiennes-Werkstätten in der Schweiz. Die Datenbank von Cooperaxion dokumentiert ebensolche Verstrickungen von Schweizern im transatlantischen Dreieckshandel.

Pub_CooperaxionDokumente zum Download

• Sklaverei und der transatlantische Handel mit Gütern, Menschen und Kolonialwaren, im 16.- 19. Jahrhundert (PDF, 2012)
• Wirtschaftswachstum dank Sklavenhandel? Die Rolle Schweizer Akteure im transatlantischen Dreieckshandel im 17.- 19. Jahrhundert (PDF, 2012)
• Textilkunst im 18. -19. Jahrhundert. Wirtschaftswachstum dank Sklavenhandel?, Kurzreferate (PDF, 2011)

Belletristik Sklaverei und Rassismus

3293205879• Maryse Condé: Segu, Köln 1988.

Segu, eine mächtige Stadt am Niger in Zeiten des Umbruchs: Der Islam dringt vor in Afrika, Missionare und Kolonisatoren kommen ins Land, der Sklavenhandel blüht. Maryse Condé erzählt die afrikanische – oft vernachlässigte – Perspektive der Geschichte der Händler, Bauern, Eroberer, Sklaven und der Frauen der afrikanischen Stadt Segu im 19. Jahrhundert.
 
 
 
 
 
Eveline-Hasler_Ibicaba_Das-Paradies-in-den-Koepfen• Eveline Hasler: Ibicaba. Das Paradies in den Köpfen, Zürich 1985.
Im 19. Jahrhundert sind in Zürich, Graubünden, dem Glarnerland und im Aargau Hunger und Elend gross. Es kommt zu einer riesigen Auswanderungswelle ins «gelobte Land» Brasilien. 1855 begibt sich eine Gruppe von Männern, Frauen und Kindern auf die weite Reise ins Paradies. Doch die grossen Erwartungen werden enttäuscht, das Paradies wird zum Albtraum. Die Lebensmittel sind überteuert, die Plantagearbeit hart, die Schulden wachsen weiter. Fernab von der Heimat landen die Schweizer Einwanderer in der Sklaverei.

3-596-13288-6• Lukas Hartmann: Die Mohrin, Zürich 1995.
Die Sklavin Marguerite wird 1763 in der Karibik von einem Schweizer Offizier freigekauft. Als seine heimliche Geliebte kommt sie mit nach Bern und bringt dort einen Sohn zur Welt. Lukas Hartmann erzählt mit den Augen des Kindes, das noch in einer Welt der Geheimnisse lebt, die Geschichte der Mohrin.