Ausstellung: By God’s Grace

Zu Gast bei einer nigerianischen Gemeinde /
Ein nigerianisches Flüchtlingsdorf im Porträt

Religiöse Spannungen und ein fallender Lebens- standard zeichnen Nigeria. Zudem verursacht die Terrormiliz Boko Haram Flüchtlingsströme und hinterlässt eine perspektivlose Gesellschaft. Seit 2015 unterstützt das Theaterensemble Johannes Friedensprojekte der EYN-Kirche (→ Mission 21). Aus Besuchen in Nigeria entstanden zwei Teilausstellungen, die einen von unerschütterlicher Hoffnung geprägten Alltag zeigen. (Fotos: © Jonathan Liechti)

Öffnungszeiten: 23. Oktober 2017 – 11. November 2017: Mo-Sa, 9-18 Uhr, So, 12-18 Uhr

Download Flyer (PDF)
→ Für weitere Informationen zur Vernissage bitte nach unten scrollen.

Zu Gast bei einer nigerianischen Gemeinde
Als eine der grössten evangelischen Landeskirchen Nigerias ist die Geschwisterkirche EYN immer wieder den mörderischen Angri en Boko Harams ausgesetzt. Die Ausstellung zeigt den bunten Alltag der Kirche in Abuja. In Fotografien, Zeichnungen, Texten und Klängen begegnen wir einer Gemeinschaft, deren Gesang und Gebet nicht verstummen.

Ein nigerianisches Flüchtlingsdorf im Porträt
Im Flüchtlingsdorf Gurku leben Muslime und Christinnen in nachbarschaftlichen Verhältnissen. Von Boko Haram zur Flucht gezwungen, suchen sie nun mutig nach einem neuen Miteinander. In Text und Bild porträtiert die Ausstellung den Dorfalltag und blickt jenen Menschen ins Gesicht, die nach Gewalt und Vertreibung unbeirrt neues Land bebauen.

Öffnungszeiten
23. Oktober 2017 – 11. November 2017: Mo-Sa, 9-18 Uhr, So, 12-18 Uhr

Ort (→ Anreise)
Kirchgemeindehaus Johannes und Johanneskirche, Wylerstrasse 5, 3014 Bern

Öffentliche Führungen 
mit Ausstellungsgesprächen
Mi, 1. November, 19.30 Uhr: mit den Ausstellungsmacherinnen und dem Ausstellungsmacher Noemi Harnickell, Valentina Kobi, Jonathan Liechti und Noemi Scheurer
So, 5. November, 15.00 Uhr
: mit Yakubu Joseph, Soziologe und Friedensforscher, Landeskoordinator Nigeria für → Mission 21
Mi, 8. November, 19.30 Uhr: mit den Ausstellungsmacherinnen und dem Ausstellungsmacher

Eintritt frei, Kollekte für das Landesprogramm Nigeria von → Mission 21

Führungen und Workshops für Gruppen auf Anfrage (→ zum Kontaktformular).

Publikation
«By God’s Grace» – Ein nigerianisches Flüchtlingsdorf im Portrait
Erhältlich im → Shop (25.00 CHF) oder direkt in der Ausstellung (20.00 CHF)
Weitere Informationen → hier

Vernissage

Sonntag, 22. Oktober 2017, 17 Uhr

mit Referat von Patrik Wülser (SRF Afrika-Korrespondent)
und musikalischen Beiträgen von → Evelyn und Kristina Brunner
Apéro und Ausstellungsbesichtigung im Anschluss
Eintritt frei, Kollekte (→ Anreise)

Referat: Religion als Mittel zum Zweck (Patrik Wülser)
Von Somalia am Indischen Ozean bis nach Nigeria am Atlantik. Entlang dem zehnten Breitengrad hat sich in Afrika seit gut einer Dekade ein Gürtel der Gewalt, eine Zone von Not und Anarchie herausgebildet. Entstanden ist ein nahezu gesetzloser Riesenraum, in dem das Recht des Stärkeren gilt, Ansprüche entlang ethnischer und religiöser Gräben mit der Kalaschnikow durchgesetzt werden und die Regierungen die Kontrolle über Regeln und Konventionen weitgehend verloren haben. Patrik Wülser berichtet, wie Religion missbraucht wird, um politische, wirtschaftliche und kriminelle Ziele zu erreichen.

Patrik Wülser
war zwischen 2011 und 2017 als Afrika-Korrespondent des Schweizer Radios und Fernsehen (SRF) in Nairobi (Kenia) stationiert. Zuvor hatte der studierte Biologe unter anderem als Inland-Redaktor und Bundeshaus-Korrespondent gewirkt und war zwischenzeitlich Referent im Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (UVEK). Ende 2017 wird der 52-jährige Berner als Leiter der Auslandredaktion in die Schweiz zurückkehren.
 

Musikalische Zwischenspiele
 
Evelyn und Kristina Brunner
Seit ihrer Kindheit musizieren Evelyn und Kristina zusammen und erhielten die musikalischen Grundlagen von ihrem Vater in der Familienkapelle. Durch den Background aus der Schweizer Volksmusik und die Zusammenarbeit mit Musikern aus anderen Kulturen formte sich ein eigener Sound, der mit der Besetzung von Kontrabass, Schwyzerörgeli und Cello ideal umgesetzt werden kann. Darin finden sich Eigenkompositionen, die das Schwyzerörgeli von einer anderen Seite her beleuchten, Musik aus fernen Ländern wie Finnland oder Schweden und nicht zuletzt Stücke aus der traditionellen Schweizer Ländlermusik. (→ zur Website)

Publikation

 
«By God’s Grace»
Ein nigerianisches Flüchtlingsdorf im Portrait

Im Flüchtlingsdorf Gurku leben Muslime und Christinnen in nachbarschaftlichen Verhältnissen zusammen. Von Boko Haram zur Flucht gezwungen, suchen sie hier mutig nach einem neuen Miteinander. In Text und Bild porträtiert dieses Buch den Dorfalltag und blickt jenen Menschen ins Gesicht, die nach Gewalt und Vertreibung unbeirrt neues Land bebauen.

Text: Noemi Harnickell
Fotografie: Jonathan Liechti

Zu bestellen im → Shop (25.00 CHF) oder direkt in der Ausstellung (20.00 CHF)

Beispielfoto

Textauszug

Tiefe Furchen prägen die sandige Landstrasse, die nach Gurku führt. Auf ihr sind schon viele Menschen in ein neues Zuhause gelangt; auf Motorrädern, die geschickt um die Gräben herumschlängeln, zu Fuss am Strassenrand entlang, dort, wo bereits die Erdnussfelder beginnen, auf den Rückbänken von Autos, aneinandergedrängt, Hand in Hand, die Augen voller Erwartungen.

Tiefe Furchen prägen die Gesichter der Menschen. Ein Leben von Haus- und Feldarbeit, von Freude und von Erleichterung, von grosser Sorge und Trauer hat sie gegraben. Die Schergen von Boko Haram machen aus Menschen Flüchtlinge im eigenen Land, gezwungen, aus dem Nichts eine neue Existenz aufzubauen. So werden Muslime und Christinnen wieder zu Nachbarn, beide Opfer der gleichen Gewalt, beide ohne Heimat. Werden sie jemals nach Hause zurückkehren können? Es wird noch viele Monate, wenn nicht Jahre dauern, ehe diese Frage mit Gewissheit beantwortet werden kann. Und so ziehen die Menschen Gurkus entgegen der Perspektivlosigkeit, entgegen der Hoffnungslosigkeit Furchen in die Erde, säen Getreide an und bitten Gott um Regen. So Gott ihnen gnädig ist, werden sie davon leben können.